Druckansicht - Samstag 21. Oktober 2017
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Klimawandel: Kirchen appellieren an Europäischen Rat

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(9.3.09) "Die Sicherung eines stabilen Klimas ist eine der drängendsten moralischen und politischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. An dieser Herausforderung zu scheitern, käme einem moralischen Versagen der Menschheit gleich"



Das ist die zentrale Aussage eines gemeinsamen Briefes der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC) und der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE) an den EU-Ratspräsidenten und tschechischen Premierminister Mirek Topolanek im Hinblick auf den bevorstehenden Frühjahrsgipfel des Europäischen Rates. Die Kirchen in Europa ermutigen den Europäischen Rat, größte Aufmerksamkeit auf den Klimawandel und die Vorbereitung der EU auf das Treffen der UN-Klimakonvention (UNFCCC) in Kopenhagen Ende des Jahres (7. bis 18. Dezember) zu richten. Auf der UN-Konferenz soll eine weltweite Vereinbarung über die Treibhausgase getroffen werden. Die Kirchen appellieren an die europäischen Staats- und Regierungschefs, eine Verhandlungsposition einzunehmen, die über den Vorschlag der Europäischen Kommission vom Jänner 2009 hinausgeht.

"Im Lichte der historischen Verantwortung der EU als einem der weltweit größten Verursacher und unter Berücksichtigung der eindeutigen Empfehlungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft an die Politik ist das unilaterale Ziel der EU, die CO2-Emissionen um 20 Prozent zu reduzieren, nicht ehrgeizig genug", heißt es in dem Brief: "Die EU sollte sich unilateral verpflichten, bis zum Jahr 2020 ihre Emissionen um mindestens 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern".

Die Kirchen erkennen an, dass "ehrgeizigere Ziele bei der Reduktion der Emissionen im Kontext der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise von den EU-Mitgliedsstaaten als große Herausforderung wahrgenommen werden könnten". Jedoch würden die Kosten der Stabilisierung der Emissionen und der Anpassung an den Klimawandel mit jedem Jahr steigen, "in dem Entscheidungen hinausgezögert werden". Es sei daher auch aus ökonomischer Sicht unvernünftig, "nicht ausreichend zu handeln". Die Kirchen sind überzeugt, dass "die notwendigen Maßnahmen den entwickelten Ländern keine inakzeptablen Opfer abverlangen".

Zugleich müsse zur Kenntnis genommen werden, dass die Entwicklungsländer die größten Lasten des Klimawandels zu tragen haben. Diese Länder würden aber "ohne weitreichende technische Unterstützung und finanzielle Hilfe - zusätzlich zur traditionellen Entwicklungshilfe - nicht in der Lage sein, ihre Wirtschaft umzustellen und sich auf die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels einzustellen". Wörtlich heißt es in dem Brief von CEC und ComECE: "Wir ermutigen die europäischen Staatsführer, Solidarität und den politischen Willen zu zeigen, Millionen Menschen in Entwicklungsländern vor dem Verlust ihrer Existenzgrundlagen infolge der von der industrialisierten Welt verursachten Erderwärmung zu bewahren".

(Quelle: Kathpress)

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