Druckansicht - Samstag 24. Juni 2017
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Alles fließt! - Wie lange noch?

Die Isel/Osttirol zählt neben dem Lech in Nordtirol und dem Tagliamento in Friaul/Italien zu den letzten großen alpinen Wildflüssen Mitteleuropas. Im Gegensatz zu Lech und Tagliamento ist die Isel jedoch ein Gletscherfluss. In Österreich gibt es 18 große Flüsse. Ihre Gesamtlänge ist 1.900 km. Frei fließen nur mehr zwei dieser Flüsse, die stark verunreinigte, begradigte March und - die ISEL.

 

Die Isel ist der letzte frei fließende, ökologisch funktionsfähige Gletscherfluss der gesamten Alpen.



unknownAm Samstag, 13. Juni trafen sich auf Einladung des Arbeitskreises Schöpfungsverantwortung Tirol und des Umweltreferates der Diözese Gurk 30 Interessierte um von Dr. Wolfgang Retter aus erster Hand über den Zustand der Isel informiert zu werden.

Die Isel bildet mit ihren Zubringern ein stark vernetztes und durch den Menschen in seinen Grundzügen noch wenig verändertes Gewässersystem. Ihre Zuflüsse sind weitgehend ursprünglich; die Isel selbst ist energiewirtschaftlich völlig ungenutzt und weist über weite Strecken einen dynamischen Flussraum mit einer hohen Vielfalt an selten gewordenen Lebensgemeinschaften und Arten (Tamariske, Rote Liste) auf und ist daher als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet nachzunominieren.

 

 

unknownDr. Wolfgang Retter, Konrad-Lorenz-Preisträger und Koordinator des Netzwerkes Wasser Ostirol appellierte an die Teilnehmer, sich für den Schutz der Gewässer vor dem Zugriff der Stromkonzerne einzusetzen. Allein in Osttirol gibt es bereits 170 Wasserkraftanlagen.

Gewässer sind lebendige Organismen, die einen Eigenwert haben und nicht ausschließlich der Verfügungsgewalt des Menschen unterliegen.

 

Denn: Wenn der Mensch die Natur zerstört, zerstört er seine eigenen Lebensgrundlagen.

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© 2017 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen & Evangelischen Kirche Österreichs
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