Druckansicht - Samstag 21. Oktober 2017
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225 Mal um die Welt
Katholische Kirche Vorarlberg radelte beim RADIUS Fahrradwettbewerb 2016 auf Platz 1

(3.11.2016, Kath. Kirche Vorarlberg) Vor 2000 Jahren ging Jesus zu Fuß durch Galiläa und Judäa. Einmal ritt er sogar auf einem Esel. Die "moderne" Variante - nämlich den "Drahtesel" - haben heuer rund 12.600 VorarlbergerInnen genutzt und damit beim RADIUS Fahrradwettbewerb 2016 mitgemacht. Zehn Millionen Radkilometer sind sie gefahren - oder eben auch 225 Erdumrundungen. Auch die Katholische Kirche Vorarlberg war aktiv und radelte sich auf Platz eins in der Wertung "Vereine nach geradelten Kilometern". 

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EnergieCheck leicht gemacht
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Der Umgang mit Energie ist global zu einer Schicksalsfrage geworden. Der derzeitige Verbrauch in industrialisierten Staaten ist angesichts zu Ende gehender fossiler Vorräte und der Klimaproblematik nicht verantwortbar. Die Folgen des Klimawandels zahlen wie so oft nicht die Verursacher. Die Menschheit tut sich schwer damit, die Begrenztheit des Planeten zu akzeptieren. Doch ein anderer Weg ist möglich: Ein achtsamer Umgang mit der Schöpfung und ein sorgfältiger Umgang mit Energie sind unabdingbar für einen zukunftsfähige Entwicklung.

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Andreas Trepte, www.photo-natur.de
Turmfalken auf dem Stephansdom

(21.06.10) Die älteste Marienkirche Wiens, Maria am Gestade, steht im Mittelpunkt eines biologischen Forschungsprojekts. Im Rahmen ihrer Dissertation untersucht die Biologin Petra Sumasgutner das Nist- und Brutverhalten sowie die Ernährungs- und Lebensbedingungen von Greifvögeln in Großstädten.

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Teil 3: Welthunger

 

Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen" - vielleicht kennen Sie diesen Spruch. Was ist da wirklich dran? Das wollen wir heute im Teil 3 der Serie über die Auswirkungen des Fleischkonsums etwas genauer beleuchten. Tierfleisch zu essen bedeutet, die Nahrungskette von der Pflanze zum Menschen zu verlängern. Auf dem Umweg über die Tiere, die je nach Tierart bis zu 10 oder sogar noch mehr pflanzliche Futter-Kalorien benötigen, um eine tierliche Nahrungskalorie zu liefern, werden weltweit enorme Mengen Nahrungsmittel verschwendet.

 

Viele von uns halten es zu Recht für einen Skandal, dass in Österreich pro Kopf und Jahr kiloweise Lebensmittel am Müll landen. Aber wem ist bewusst, dass jeder und jede von uns pro Kilogramm Fleisch mehrere Kilogramm Getreide oder Soja „wegwirft", weil im Durchschnitt über alle Tierarten und Haltungsformen etwa 7 oder 8 Kalorien pflanzliche Futtermittel nötig sind, um eine Kalorie Fleisch zu produzieren? Und von Getreide und Soja könnten wir uns auch sehr gut und effizient direkt ernähren. Bei der Verfütterung an Nutztiere geht jedoch der größte Teil der pflanzlichen Kalorien im Stoffwechsel der Tiere verloren und wird als Gülle ausgeschieden, ein weiterer Teil wird zudem in nicht essbare Körperteile wie z.B. Knochen umgewandelt. Fleisch zu essen ist also so, als würden wir bei jedem Laib Brot, den wir kaufen, immer nur ein Siebtel essen und sechs Siebtel wegwerfen. Bei einem Fleischkonsum von 70 Kilogramm pro Jahr, und abzüglich der reinen Weidetiere, auf die wir im nächsten Absatz noch eingehen, kommt man auf unglaubliche 400 Kilogramm Essen, die wir durch den Fleischkonsum unbewusst „wegwerfen" jedes Jahr. Rechnet man Milch und Eier dazu, ist es wohl noch mehr!

Wie schon angedeutet, gibt es eine Form der Nutztierhaltung, die nicht Kalorien vernichtet: Die reine Weidehaltung von Wiederkäuern, also Rindern und Schafen auf Flächen, die nicht für den Ackerbau geeignet sind, also z.B. auf Almen oder in der Savanne. Wiederkäuer können im Gegensatz zu Menschen, Hühnern oder Schweinen aus Gras für den Menschen nutzbare Kalorien in Form von Fleisch oder Milch machen. Die Weidehaltung ist sicher auch die artgerechteste Form der Tierhaltung. Sie hat aber auch ihre Nachteile, so wirken sich z.B. das Methan aus den Rindermägen und der enorme Flächenbedarf schlecht auf die Ökobilanz aus, und die generellen Gesundheitsnachteile von (rotem) Fleisch treffen auch auf die Tiere aus Weidehaltung zu, wie wir in Teil 4 unserer Serie in der nächsten Ausgabe ausführen werden. Und klar, diese Tiere werden auch geschlachtet, und vorher zudem oft auch noch weit transportiert.

Und vor allem, machen wir uns da bitte nichts vor: Die reine Weidetierhaltung ohne Zufütterung von Futtermitteln hat in Österreich und weltweit leider nur noch geringe Bedeutung. Weltweit machen Schweine, Hühner und Puten schon 70% der Fleischproduktion aus, Tendenz steigend, und diese Tiere können Gras gar nicht verwerten, sondern essen das gleiche wie wir Menschen. Und auch Rinder werden weltweit zu einem beträchtlichen Teil mit Soja oder Mais gefüttert, weil sie damit einfach schneller wachsen. Und damit sind wir wieder bei der Tatsache angelangt, dass die Produktion von Fleisch weltweit enorme Mengen an Nahrungsmitteln verschwendet. Und das lässt sich auch zahlenmäßig belegen: 1300 Millionen Tonnen Getreide, Hülsenfrüchte, Öle, Kleien und Fischmehl waren es laut UN-Landwirtschaftsorganisation FAO im Jahr 2008, die an die Tiere weltweit verfüttert wurden. 754 Millionen Tonnen macht allein das Getreide aus.
Wenn man die Welt mal als Außenstehender unvoreingenommen betrachtet, so ist es doch unglaublich, dass die Menschheit über die Nutztierhaltung mehr als ein Drittel (!) ihrer Ernte an Getreide plus Soja in Exkremente umwandelt, während viele Menschen hungern.

Natürlich ist der Welthunger primär ein Verteilungsproblem und wird durch Kriege und soziale Ungerechtigkeit angeheizt, aber eben auch durch den Fleischkonsum. Das lässt sich auch beweisen, indirekt zumindest: Im Jahr 2008 wurden laut FAO 100 Millionen Tonnen Getreide für die menschliche Ernährung verloren, indem auf den entsprechenden Flächen statt Lebensmitteln Agrartreibstoffe („Biosprit") angebaut wurde. Politik und Medien brachten das gleich massiv mit der Verknappung und Verteuerung von Lebensmitteln in Zusammenhang, und das auch zurecht. Die Zahlen der FAO beweisen aber, dass im Vergleich dazu 754 Millionen Tonnen Getreide an Tiere verfüttert wurden, die nur etwa ein Siebtel der Kalorien dann als Fleisch zurückliefern. Wenn Biosprit 2008 zur Welternährungskrise beigetragen hat und auch heute noch beiträgt, dann die Fleischproduktion natürlich um ein Vielfaches mehr.

Hungerkatastrophen gehören längst zum Alltag auf der Erde. Laut UNICEF verhungern mehr als 8000 Kinder weltweit jeden Tag, 3 Millionen pro Jahr. Zugleich stammen fast 70 Prozent der in die EU importierten Futtermittel aus Entwicklungsländern, in denen häufig Unterernährung herrscht. In einer Welt mit rasant zunehmender Gesamtbevölkerung wird die Sicherstellung der Welternährung immer bedeutender. Vegetarische, am besten rein pflanzliche Nahrungsmittel leisten hier einen wesentlichen Beitrag.

Die Bilanz der intensiven Nutztierhaltung: Aus 7 Kalorien Getreide wird nur 1 Kalorie Fleisch, über 5 Kalorien gehen im Stoffwechsel der Tiere verloren und werden als Exkremente ausgeschieden, und 1 Kalorie wird in nicht essbare Körpermasse wie Knochen, Innereien, Fell oder Federn umgewandelt. Diese Verschwendung ist ein Hauptgrund, warum der gigantische globale Fleischkonsum für die Umwelt und die Welternährung fatale Konsequenzen hat.

 

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© 2017 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen & Evangelischen Kirche Österreichs
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