Druckansicht - Mittwoch 13. Dezember 2017
Druckansicht
BMLFUW Strasser Robert
Wien, 27.10.2014 (KAP) Die 2014 zum ersten Mal vergebenen und mit insgesamt 10.000 Euro dotierten "Energiesparpreise der Katholischen und Evangelischen Umweltbeauftragen" gehen an 13 evangelische und katholische Pfarren aus ganz Österreich. Die Preisverleihung erfolgte am Montagnachmittag durch den Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz, Bundesminister Andrä Rupprechter und die evangelische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner im Erzbischöflichen Palais in Wien. Bischof Schwarz würdigte in seinem Grußwort den Vorbildcharakter des vielfältigen kirchlichen Engagements im Bereich des Energiesparens und die Tradition des "Maßhaltens und Maßgebens" der Kirchen. "Die Leute sollen wissen, dass sie an uns Maß nehmen könne für das alltägliche Leben", so der Bischof.

» mehr


Teil 1: Umwelt und Klima

 

Weltweit werden pro Jahr fast 65 Milliarden Nutztiere für die Ernährung getötet, oder jede Minute 125.000 Tiere – eine unvorstellbare Zahl! Kein Wunder, dass diese Massen von Nutztieren weit mehr Exkremente als die gesamte Menschheit produzieren. Die Landwirtschaft verbraucht 70% des Wasserbedarfs der Menschheit, ein großer Teil davon fließt in die Tierhaltung. Die Nutztierhaltung belegt 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen oder zwei Drittel aller vom Menschen genutzten Fläche weltweit - und liefert dabei nur 17% der Nahrungskalorien. Der Anbau von Futtermitteln für die Massentierhaltung und die Schaffung von Rinderweiden sind die mit Abstand wichtigsten Gründe für die Regenwaldzerstörung in Südamerika. Bodenerosion, Überdüngung, Grundwasserbelastung, Verlust der Artenvielfalt sind weitere Bereiche, in denen die „Massenproduktion“ von Nutztieren oder anders formuliert, die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern, weltweit massiv Schäden anrichtet. 

Einen speziellen Bereich wollen wir uns aber etwas genauer ansehen – den Klimawandel: Die Nutztierhaltung ist laut UN-Landwirtschaftsorganisation FAO zu 18% an dem durch menschliche Aktivitäten verursachten Treibhausgasausstoß beteiligt, also am Klimawandel. Das ist mehr als alle PKWs, LKWs, Motorräder, Flugzeuge, Schiffe, Züge weltweit zusammengenommen. Andere Institutionen kommen sogar auf noch höhere Zahlen, das Worldwatch-Institut ist hier „Spitzenreiter“ und bezifferte 2009 den Einfluss der Nutztierhaltung auf den Klimawandel gar mit 51%: 

Aber warum ist die Produktion von Tierprodukten im Vergleich zu pflanzlichen Nahrungsmitteln so umwelt- und klimabelastend? Die Produktion tierlicher Lebensmittel verlängert die Nahrungskette von der Pflanze zum Menschen um das Tier. Die meisten Kalorien der Futtermittel gehen bei der Fleischerzeugung für den Stoffwechsel des Tieres sowie für Wachstum von Knochen und Ähnlichem verloren. Im Schnitt über die Tierarten werden aus etwa 7 Kalorien Futtermittel folgendes: 1 Kalorie Fleisch, knapp 1 Kalorie wird zu Knochen, Haut, Innereien usw. und gut 5 Kalorien verbraucht das Tier im eigenen Stoffwechsel, diese werden also letztlich in Exkremente umgewandelt. De facto produzieren wir in der Massentierhaltung aus Getreide, Soja usw. also primär Exkremente. Sehr verschwenderisch! Um Fleisch zu produzieren sind daher sehr große Anbauflächen für Futtermittel nötig, viel davon in Übersee. Wenn die Fläche nicht mehr reicht, wird oft Regenwald brandgerodet, was enorme Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) freisetzt. Große Futteranbauflächen und enorme Mengen Futtermittel bedeuten oft auch größeren maschinellen Einsatz von Landmaschinen und mehr Transporte, was auch erhöhte CO2-Emissionen nach sich zieht. In der Regel verursachen Tierprodukte auch mehr Gülle- oder Kunstdüngerausbringung, was wiederum die Emissionen von Lachgas oder auch Methan, zwei weiteren ganz wichtigen Treibhausgasen, in die Höhe treibt. Wiederkäuer wie Rinder und Schafe bilden zudem in ihren Mägen große Mengen Methan.

Eine groß angelegte, multidisziplinäre Studie der niederländischen Umweltbehörde NEAA aus dem Jahr 2009 zeigt, dass wir die Reparaturkosten für das Weltklima bis 2050 fast komplett einsparen könnten, wenn wir weltweit auf Tierprodukte verzichten würden: In konkreten Zahlen: Von 40 Billionen (40.000.000.000.000) US Dollar könnten wir uns dabei weltweit 32 Billionen Dollar an Kosten ersparen, um die Treibhausgase in der Atmosphäre bis 2050 auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Ein Hauptgrund hierfür: Würden wir auf Tierprodukte verzichten, würden soviel Flächen frei werden, dass die dort nachwachsende Vegetation wie ein Schwamm große Mengen Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre „aufsaugen“ könnte. Und gemeinsam mit dem Wegfall der Treibhausgase aus der Nutztierhaltung selbst wäre diese einzigartige Entlastung für das Weltklima bis 2050 möglich. Nur offenbar wird diese Maßnahme für derart utopisch gehalten, dass sie den Sprung aufs politische Parkett der Klimakonferenzen bisher noch nicht geschafft hat. 

Im Gegensatz zu Tierprodukten halten pflanzliche Nahrungsmittel die Nahrungskette (Pflanze – Mensch) kurz und sind gesamt gesehen um ein Vielfaches effizienter und umweltschonender als Tierprodukte!

Die Bilanz der intensiven Nutztierhaltung: Aus 7 Kalorien Getreide wird nur 1 Kalorie Fleisch, über 5 Kalorien gehen im Stoffwechsel der Tiere verloren und werden als Exkremente ausgeschieden,  und 1 Kalorie wird in nicht essbare Körpermasse wie Knochen, Innereien, Fell oder Federn umgewandelt. Diese Verschwendung ist ein Hauptgrund, warum der gigantische globale Fleischkonsum für die Umwelt und die Welternährung fatale Konsequenzen hat. 


Der Regenwald im Amazonas wird zum größten Teil für den Futtermittelanbau für die Massentierhaltung und für Rinderweiden brandgerodet. 

 

Übersicht  



Umweltbeauftragter Diözese Feldkirch

 

Dipl. Päd. Felix Rohner

EthikCenter  
einfach.fair.leben

Katholische Kirche Vorarlberg
Bahnhofstr.13, 6800 Feldkirch

felix.rohner@kath-kirche-vorarlberg.at

www.ethikcenter.at
Tel.: 0676/832403219


 

 

 



Manfred Scharnberg
Gottesdienstvorschläge, Gebete, Lieder

„So weit Himmel und Erde ist“ (Psalm 148,13)

Unter diesem Motto für 2017 hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) auch heuer wieder einen ökumenischen Gottesdienstvorschlag erarbeitet. 

 

Hier finden Sie eine Fülle an Gottesdienst- und Gebetsvorschlägen für die (ökumenische) Feier in Ihrer Pfarrgemeinde: 

» mehr


Papst Franziskus: CO2-Kompensation für Flugreisen ist Heuchelei

(6.2.2017) Bei einer Audienz für Vertreter der Initiative „Wirtschaft in Gemeinschaft“, die von der katholischen Fokolar-Bewegung initiiert wurde, äußerte sich Papst Franziskus wiederholt kritisch über unser kapitalistisches System.   

 

In seiner Rede prangerte der Papst unter anderem auch die CO2-Kompensation für Flugreisen als scheinheilig an. Er forderte ein Wirtschaftssystem, dass die Zahl der Opfer nicht nur verringere, sondern erst gar keine Opfer hervorbringe.

„Die Flugzeuge verschmutzen die Atmosphäre, aber mit einem Bruchteil der Summe des Ticketpreises werden dann Bäume gepflanzt, um den angerichteten Schaden zu kompensieren“, sagte er am Samstag im Vatikan. Wenn man diese Logik auf die Spitze treibe, werde es eines Tages soweit kommen, dass Rüstungskonzerne Krankenhäuser für jene Kinder einrichteten, die ihren Bomben zum Opfer fielen. „Das ist Heuchelei“, so der Papst.

Es sei das größte ethische Problem des heutigen Kapitalismus, erklärte Franziskus weiter, dass er Abfälle produziere und dann versuche, sie zu verbergen oder zu behandeln, um sie unsichtbar zu machen.

Fluggäste, die den klimaschädlichen CO2-Ausstoß ihres Fluges kompensieren möchten, können Geld an sogenannte Kompensationsagenturen überweisen. Die Höhe der Summe richtet sich in der Regel nach Flugdistanz, Verbrauch und Sitzklasse. Die Agenturen investieren das Geld dann in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Kritiker, wie etwa die Umweltschutzorganisation Greenpeace, sehen in dieser Praxis eine moderne Form des Ablasshandels, die zu vermehrten Flügen führe.

(Quelle: religion.ORF.at/KAP)

Hier ein Bericht dazu aus der Süddeutschen Zeitung!

 


Druckansicht
zur ersten Seite  vorherige Seite     1 2 3 ... 55 56 57 ... 60 61 62     nächste Seite  zur letzten Seite
© 2017 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen & Evangelischen Kirche Österreichs
© 2016 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen Kirche Österreichs