Druckansicht - Mittwoch 13. Dezember 2017
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Teil 2: Tierleid

 

In der industriellen Intensivtierhaltung in Tierfabriken, in der mittlerweile der größte Teil der weltweit pro Jahr erzeugten 65 Milliarden Nutztiere weltweit wie leblose Ware produziert wird, beginnt das Leid genaugenommen schon vor der Geburt: Die Tiere wurden jahrzehntelang auf extreme Lege-, Milch-, Fleischleistung gezüchtet, und als solche Qualzuchten erblicken sie das (Kunst-)Licht der Welt. Gleich nach der Geburt endet für manche das Leben auch gleich wieder: Männliche Legeküken werden unmittelbar nach dem Schlupf vergast oder geschreddert, weil sie ja keine Eier legen und im Vergleich zu den Mastzuchtlinien auch viel zu langsam wachsen, um gewinnbringend großgezogen werden zu können. Kälber in der Milchwirtschaft wiederum werden sofort nach der Geburt von der Mutter getrennt, die Muttermilch ist ja schließlich für den Menschen bestimmt, nicht für das Säuglingskalb. Ein Großteil der Tiere wird nach der Geburt gleich an die industrielle Haltung angepasst, die ihnen bevorsteht: Schnabelkürzen, Enthornen, Zähne- u. Schwanzkürzen, in der Regel ohne Narkose, gehören da dazu, männliche Ferkel werden aus Gründen des Fleischgeschmacks oft auch noch ohne Narkose kastriert. 

Das weitere Leben fristen viele Nutztiere dann in winzigen Käfigen, z.B. Legehennen in Legebatterien oder Kaninchen in winzigen Käfigen. Beides ist in Österreich de facto verboten, weltweit aber fast überall Standard. Auch Muttersauen fristen einen großen Teil ihres Lebens in körperengen, sargähnlichen Kastenstand-Käfigen, und das auch in Österreich. Viele Kühe sehen immer den gleichen Ausschnitt der dreckigen Stallwand vor ihnen, wenn sie ihr Leben lang an einer Stelle angebunden gehalten werden. Mastschweine, Masthühner, Puten, Enten, Gänse und viele andere Tiere werden dichtgedrängt und oft schwer verletzt in stinkenden, stickigen Hallen und Buchten gehalten, je nach Tierart entweder auf kotverschmierter Einstreu, auf Gitterböden oder auf Betonspaltenböden.

Manchen Tieren blühen besonders schlimme Schicksale, wie die Zwangsfütterung für die Produktion von Enten- und Gänsestopfleber mit enormen Futtermengen von bis zu einem Fünftel des Eigengewichts der Tiere – und das täglich. Diese Quälerei ist zwar in den meisten Ländern wie auch in Österreich verboten, die Stopflebern werden aber auch bei uns aus Frankreich oder Ungarn importiert. Immer wieder werden auch schlimme Vernachlässigungen auf Videos und Fotos in Undercover-Recherchen dokumentiert: Z.B. verletzte Tiere, die man nicht erlöst, Hühner, die einfach in ihren Käfigen langsam verenden, oder Schweine, die man verletzt aus den Mastbuchten auf den Gang zerrt, wo sie kein Futter mehr verbrauchen, weil sie es ja ohnehin nicht mehr zum Schlachthof schaffen, und dort langsam verdursten. Verdursten müssen auch zu klein geratene Masthühner, die sog.  „Kümmerlinge”, wenn die Tränken in den Masthallen mit dem Wachstum der Tiere höhergestellt werden, und von den Kümmerlingen nicht mehr erreicht werden können. Diese picken dann noch verzweifelt im Kot der anderen Tiere nach Feuchtigkeit, ehe sie langsam verenden. Wirtschaftlich sind solche Ausfälle einkalkuliert und kein Malheur, fürs Individuum sind sie jedoch tragisch. Doch das Individuum zählt in der Massentierproduktion nicht. Technische Defekte und Brände in Intensivtierhaltungen führen regelmäßig zum Massentod, Notausgänge für die Evakuierung sind in den fensterlosen Tierfabriken nicht vorgeschrieben, und die Versicherung zahlt den finanziellen Schaden ohnehin. 

Nach dem Leben in der Tierfabrik oder im Glücksfall auf der Weide folgt noch der Transport zum Schlachthof, manchmal um die halbe Welt, wie bei Schafen und Rindern aus Australien nach Ägypten beispielsweise. Am Schlachthof selbst werden weltweit Milliarden Tiere aus religiösen Gründen bei vollem Bewusstsein entblutet. Aber auch bei uns sind sie oft ungenügend betäubt und erleben ihre Schlachtung bei vollem Bewusstsein mit. Im Film „Das Brüllen der Rinder“ aus einem Schlachthof in Oberösterreich ist das beispielsweise dokumentiert. Im allerschlimmsten Fall leben Hühner oder Schweine sogar dann noch, wenn sie ins heiße Brühbad gelangen und dort qualvoll sterben. Wieder andere Tiere werden überhaupt mit Absicht lebendig gekocht, z.B. Hummer. Und eingeschleuste Personen haben mit versteckter Kamera in Europa und den USA immer wieder schlimme Misshandlungen der Tiere durch frustriertes Schlachthofpersonal dokumentiert.

Sie kennen sicher alle die goldenen Regel der Ethik: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“. Es gibt keinen Grund, diese Regel nicht auch auf Hühner, Rinder, Schweine und Co anzuwenden, zumal sie alle leidensfähige, bewusste Lebewesen sind. Die Realität ist jedoch für den Großteil der Nutztiere weltweit eine ganz andere: Sie leben in Zuständen, die wir selbst nicht ertragen könnten. 
Haltung von Muttersauen in sargähnlichen Kastenständen. Aufgrund intensiver Bemühungen des Tierschutzes und der Volksanwaltschaft und auch der Schweine-Richtlinie der EU in Österreich ab 2013 nicht mehr lebenslang erlaubt, aber längst noch nicht verboten.

 

Übersicht  



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